Was tun bei hoher Schuldenlast?


Verbraucher, die feststellen, dass ihnen ihre Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen, stecken selbigen erfahrungsgemäß gerne zunächst in den Sand. Das jedoch ist genau das Gegenteil von dem, was richtig ist: Überschuldung erfordert aktives Handeln.

Je früher auf die Problematik reagiert wird, desto größer ist die Chance, schnell und halbwegs unbeschadet aus dem Dilemma herauszukommen. Schnappt die Schuldenfalle einmal richtig zu, steht oft ein sehr langer und beschwerlicher Weg an, der sich durch rechtzeitiges Handeln vermeiden lässt.

Zunächst einmal sollte eine Bestandsaufnahme gemacht werden: Die Höhe der Verbindlichkeiten insgesamt muss ebenso ermittel werden wie die Anzahl der Gläubiger, die zeitliche Struktur der Schulden (also die Termine, an denen Raten fällig werden) und die Zinsen, die für die Verbindlichkeiten entrichtet werden müssen. Im zweiten Schritt wird dann ermittelt, wie viel Geld für die Rückzahlung zur Verfügung steht.

Der zweite Schritt beginnt damit, alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Unnütze Verträge sollten gekündigt werden, vermeidbare Ausgaben sind zu vermeiden. Die unbedingt erforderlichen Ausgaben (zu denen auch die fälligen Kreditraten etc. gehören) sind dann von den Einkünften abzuziehen, damit ersichtlich wird, wie groß der Spielraum für die persönliche Schuldensanierung ist.

Diese Bestandsaufnahme kann auch mit Hilfe eines Schuldenberaters durchgeführt werden. Das ist besonders in schweren Fällen und für Verbraucher mit wenig Erfahrung in finanziellen Angelegenheiten unbedingt empfehlenswert. (Etliche Seiten mit Finanztipps helfen mit Erfahrungsberichten und Kontaktdaten zu Anlaufstellen).

Anhand des Verhältnisses von Schuldenlast und frei verfügbarem Einkommen kann dann evaluiert werden, welche Maßnahmen am besten ergriffen werden. Kurzum: Wer 20.000 Euro Schulden hat und dafür monatlich nicht mehr als 20 Euro aufbringen kann, kommt um eine Privatinsolvenz nicht herum.

Sie ist das letzte Mittel und mit sehr harten Entbehrungen verbunden. Am Ende einer langen Durststrecke (bis zur Restschuldbefreiung per Gerichtsbeschluss vergehen nicht selten sieben Jahre) aber steht die Möglichkeit, einen finanziellen Neuanfang zu machen.

Besteht noch Aussicht auf eine reguläre Rückzahlung der Verbindlichkeiten, kann mit dem Schuldenberater ein Rückzahlungsplan aufgestellt werden. Dieser kann bei Bedarf auch mit den Gläubigern abgestimmt werden. Im besten Fall lassen sich dadurch sogar Schufaeinträge verhindern!

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